Freitag, 06 Oktober 2017

Die Flying P-Liner und Travemünde

Geschrieben von Bernd Scheel
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Zurzeit sind sie in aller Munde: Die Flying P-Liner. Sie waren so schnell als würden sie fliegen, die Vier- bis Fünfmaster der Hamburger Reederei Laeisz, und sie waren immer auf dem neuesten Stand der Technik. Nicht zuletzt trotzten sie den Stürmen um Kap Hoorn viel besser als andere Großsegler – bis ihnen die Dampfschifffahrt die Zukunft stahl.
Ihre Taufnamen begannen stets mit „P“. Wie die „Passat“, eines von Travemündes Wahrzeichen, die als Museumsschiff und beliebter Veranstaltungsort im gleichnamigen Hafen auf dem Priwall liegt. Schlagzeilen machte kürzlich die 1911 bei Blohm & Voss in Hamburg gebaute „Peking“, die bis vor kurzem in New York vor sich hin rottete. Am 30. Juli erreichte sie unter hohem Aufwand und erheblichen Kosten in einem Schwimmdock Hamburg. Dort soll sie restauriert werden.
Dass das kein Kinderspiel ist, weiß Hartmut Haase vom Verein „Rettet die Passat“, und bei ihm suchten die Retter der „Peking“ Rat, als sie den Travemünder P-Liner im September besuchten. Ein großes Problem der Hamburger liegt darin, dass es für das Schiff keine Originaldokumente mehr gibt.
Am 21. September spielte die „Pamir“ die Hauptrolle an Bord der „Passat“, denn da berichtete Wolf Dieter Ohlhoff mit Unterstützung des Passat Chors über den Untergang des Schiffs vor sechzig Jahren. Nur sechs Seeleute überlebten das Unglück des Frachtseglers, der sich auf dem Weg von Buenos Aires nach Hamburg befand.
Im Rahmen der Feier, an der auch Bürgermeister Bernd Saxe und Hartmut Haase sowie Pastorin Anja Möller teilnahmen, wurde ein rotweißes Blumengesteck am Modell der „Pamir“ niedergelegt. Nur um Stunden zeitversetzt fand im argentinischen Buenos Aires eine Gedenkfeier mit dem deutschen Botschafter, Jürgen Christian Mertens, und Admiral Srur für das Oberkommando der argentinischen Marine statt. Eine Grußbotschaft des Präsidenten des Verbandes der argentinischen Vereinigungen wurde auf der „Passat“ verlesen.
Und noch ein Flying P-Liner spielt gelegentlich eine Rolle in Travemünde: Die „Kruzensthern“. Das russische Segelschulschiff hieß einst „Padua“, ging nach dem Zweiten Weltkrieg als Reparationsleistung an die Sowjetunion und kann noch unter voller Besegelung erlebt werden. Der fünfte, noch erhaltene P-Liner schließlich ist die „Pommern“, die im finnischen Mariehamn als Museumsschiff liegt.

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