Freitag, 06 Oktober 2017

Pate im Förderverein für Lübecker Kinder e.V.

Geschrieben von Möwenpost
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Im Gespräch mit Klaus Jung, Vorsitzender des Fördervereins für Lübecker Kinder e.V. konnten wir viel über das größte Projekt des Vereins, die Patenschaften, erfahren.
MP: „Was heißt das, Patenschaft für ein Kind aus sozial schwacher Familie?"
KJ: „Es gibt in Lübeck, auch in Travemünde, Eltern, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht genügend um ihre Kinder kümmern können. Vor einigen Jahren hatten Frau Dr. Heike Arnold und ihr Mann, Prof. Dr. Hans Arnold, die Idee, solchen Kindern eine Patin, einen Paten an die Seite zu stellen. Bis heute sind 34 Patinnen und Paten gefunden, die sich bereit erklärt haben, ehrenamtlich mindestens zwei Stunden pro Woche mit ihrem Patenkind zu verbringen.“
MP: „Wie findet der Verein Familien, die solche Unterstützung wollen?“
KJ: „Mal ist es das Jugendamt, mal die Kitas oder die Schulen, die sich an uns wenden. Sie kriegen mit, wenn das Geld zu knapp ist, Eltern krank sind, die deutsche Sprache nicht genügend beherrschen, Arbeitslosigkeit den Alltag belastet oder die Alleinerziehung zu wenig Zeit lässt. Schlimm wird es, wenn Eltern ihr Kind als lästig empfinden.“
MP: „Was kann ein Pate leisten?“
KJ: „Wichtig ist zu wissen, dass unser Gehirn in den ersten Lebensjahren enorm viel lernt. Alle Informationen, die bis etwa zur Vollendung des 6. Lebensjahres unsere Synapsen nicht geprägt haben, sind später nur schwer nachzuholen. Fehlender Schulabschluss, keine abgeschlossenen Berufsausbildung sind die Folgen. Unsere Paten öffnen den Kindern neue Türen. Sie spielen mit den Kindern, besuchen Kindertheater, gehen in Museen, lesen vor, helfen bei Hausaufgaben, backen, kochen oder handwerken mit ihnen. Sie erschließen ihren Kindern bisher unbekannte Teile deren Welt, wecken Wissbegier und heben das Selbstbewusstsein des Kindes.“
MP: „Wer kann Pate werden?“
KJ: „Jeder ,normale‘ Erwachsene, der sich bereit erklärt, mindestens 9 Monate im Jahr wöchentlich zwei Stunden mit seinem Patenkind zu verbringen. Es braucht Zeit, Neugier, Freude am Umgang mit Kindern - aber auch Geduld und manchmal ein ‚dickes Fell‘. Es gilt einen Fragebogen auszufüllen und die gute Vergangenheit durch ein polizeiliches Führungszeugnis zu belegen. Im persönlichen Gespräch lernen wir uns kennen und versuchen beim Erstbesuch der Paten suchenden Familie gemeinsam festzustellen, ob eine Patenschaft gelingen kann.“
MP: „Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?“
KJ: „Die schönste gleich vorweg, fast alle Paten berichten bei unseren regelmäßigen Treffen, dass auch sie selbst viel von der Patenschaft mitnehmen. Das wachsende Vertrauen des Kindes, die Freundschaft, die Erfolge und die Dankbarkeit sind die Geschenke, die Kinder ihren Paten machen. Die Paten selber haben sog. Patenbetreuer an ihrer Seite, in unseren Veranstaltungen wird gecoacht, werden Erfahrungen ausgetauscht und Vorträge von Fachleuten, bspw. Kinderärzten, gehalten. Und irgendwie ist uns bewusst geworden, das wir mit solchem Einsatz auch unsere eigenen Kinder und Enkel vor schlechter Gesellschaft schützen.“
MP: „Wie erreicht man Sie?“
KJ: „Ganz einfach, rufen Sie uns an, Sekretariat Frau Ira Knorr - 0451/39831875 - mail: f.luebecker Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Dres. Arnold - 0451/594639 - mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder mich - 01728882298 - mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Noch eine Bitte zum Schluss, wir suchen in Travemünde auch Menschen, die in der Ostseestraße den Spielkreis für Flüchtlingskinder mit betreuen.“
MP: „Danke für dieses Gespräch!“.

Gelesen 64 mal

Schreibe einen Kommentar

Bitte achten Sie darauf, alle Felder mit einem Stern (*) auszufüllen. HTML-Code ist nicht erlaubt.

Moewenpost akuell


smkonzept logoWebdesign und Computertechnik
Bertlingstr. 3
04502/8576109